Umfragetief: Papst Franziskus verliert Mehrheit, bangt um Wiederwahl

Rom (vpa) – 2018 war kein gutes Jahr für Papst Franziskus, wenn man den jüngsten Wahlprognosen des Meinungsforschungsinstituts JudgementDay Inc. Glauben schenkt. Die Heimatpartei des amtierenden Papstes, der Christlich-Konservative Klerus (CKK) schafft es demnach nur noch auf 48% der Stimmen, und verliert damit erstmalig seit Amtsantritt die absolute Mehrheit.

Gründe für den Trend sind vielseitig, beispielsweise hätte die bestenfalls fragwürdige Aufarbeitung der Missbrauchsskandale oder problematische Auftragsmord-Vergleiche beim Thema Abtreibung die Wählergunst geschmälert, so die Analyse der Meinungsforscher. Auch die restriktive Aufnahmepolitik an der Grenze zum Paradies war oft genannter Kritikpunkt. Erst 2017 ließ Papst Franziskus die Grenze am goldenen Tor schließen und militärisch bewachen. Die Studie schließt nicht aus, dass die CKK bei den Neuwahlen im Sommer 2019 einen anderen Spitzenkandidaten ins Rennen schicken könnte.

Die Fraktion Sozialistische Diözese (SD) konnte einen Großteil der Ex-CKK-Wähler abfangen und macht sich nun, möglicherweise begründet, Hoffnung darauf, zusammen mit den Grünen Kardinälen (GK) eine Mehrheitskoalition in der kommenden Legislaturperiode zu bilden. Nach der vorliegenden Umfrage kämen sie zusammen auf 90 der 160 Sitze des Vatikanischen Konzils, das sind satte 56%. Doch offiziell hat sich noch keine der beiden Gruppierungen zu einer möglichen Koalitionsannäherung geäußert. Dafür hat die SD kürzlich ihen Spitzenkandidaten, den französischen Kardinal Pierre de la Maisson gekürt. Dieser versprach in seiner Rede zum Wahlkampfauftakt, man wolle sich thematisch insbesondere für eine fairere Verteilung von Segenssprüchen einsetzen.


Bildnachweise: unter Gemeinfrei C00.

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